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Zwischen Bangalore und Chennai
Bayerische Delegation in Indien mit Präsident Kortstock (2. v. r.)
[08|03|2010]
Präsident Kortstock besuchte Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Indien
Im Februar besuchte der Präsident der Hochschule Prof. Dr. Michael Kortstock zusammen mit Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch und einer Delegation bayerischer Hochschulpräsidenten die Universitätsstädte Bangalore und Chennai in Indien. Die Gruppe besichtigte exzellente indische Universitäten, darunter eine Elite-Forschungseinrichtung in Bangalore und das „Indian Institute of Technology Madras,“ das zu den international renommierten Elitehochschulen des Landes gehört. Ziel der vom Bayerisch-Indischen Zentrum der Hochschule Hof organisierten Reise war der Ausbau bestehender Kooperationen zwischen dem Freistaat Bayern und dem indischen Bundesstaat Karnataka. Studierenden beider Länder soll es künftig erleichtert werden, auch ohne festes Austauschprogramm im jeweils anderen Land zu studieren. Nach der Reise stand Präsident Kortstock für ein Interview zur Verfügung:
Hochschule München: Herr Kortstock, Sie haben an vier Tagen Forschungseinrichtungen und Hochschulen besucht. Welchen Unterschied zwischen indischen und deutschen Hochschule sind Ihnen besonders aufgefallen? Was hat Sie an den indischen Hochschulen besonders beeindruckt?
Michael Kortstock: Beeindruckt haben mich besonders die Freundlichkeit und die offene Aufnahme. Ich habe gesehen, dass die Forschungsinstitute sehr modern sind, die Universitäten in alten ehrwürdigen Gebäuden untergebracht sind mit Campus-Feeling, aber zum Teil maroder Ausstattung und maroden Laboren. Durch die Kürze der Reise sind das natürlich nur Blitzlichter.
Sie hatten die Möglichkeit, mit indischen Studierenden über die Attraktivität Bayerns als Studienort zu diskutieren. Wie schätzen die Studierenden Bayern oder auch Deutschland als Studienland ein?
Ich habe mit Studierenden gesprochen, die in Deutschland, bzw. in Bayern waren. Die Rückmeldungen waren generell sehr positiv. Aber die Studentinnen und Studenten haben mir ganz klar mitgegeben, dass sie vor Ort mehr Unterstützung brauchen. Sie kommen in englischsprachigen Ländern einfacher zurecht als in Deutschland. Hier brauchen sie Hilfestellungen und damit das Interesse geweckt wird, ist es ganz wichtig, dass Broschüren, Flyer und die Websites Informationen auf Englisch haben, sonst fallen wir durch das Raster. Sie schauen mal drauf, erkennen nicht, was sie eigentlich alles wissen wollen, gehen dann auf englischsprachige Länder zu – und dort werden sie sich dann auch einschreiben. Es wäre schade, wenn wir dieses Potenzial nicht nutzen würden.
Im Zuge der Kooperation wird die Hochschule Hof einen deutsch-indischen Masterstudiengang einrichten. Auf welche Weise werden die Studierenden der Hochschule München von den Beziehungen zu Indien profitieren?
Wir haben noch keine eigenen Kooperationen mit Indien, aber die Kontakte, die ich knüpfen konnte, und auch die Kooperation mit Hof können mit Sicherheit zu Kooperationen führen, wenn bei unseren Lehrenden und Studierenden Interesse besteht.
Welches Erlebnis auf dieser Reise ist Ihnen persönlich am stärksten in Erinnerung?
Ich habe Indien erlebt aus Sicht eines Touristen, der in feinen Hotels abgestiegen und mit einem schönen Bus durch Indien gefahren ist. Trotzdem ist mir einiges aufgefallen: eine extrem dichte Besiedlung; große Armut und extreme Unterschiede zwischen arm und reich; Handarbeit in Bereichen, in denen bei uns riesige Bagger arbeiten, wird dort von Frauen und Männern verrichtet; extremer Verkehr ohne für uns Europäer ersichtliche Regeln. Insgesamt ein faszinierendes, interessantes Land, was für Europäer aber auch zu einer gewissen Beklemmung führt. Indien ist mit Sicherheit ein Land, in dem unsere Studierenden ein paar Wochen, vielleicht sogar ein ganzes Semester verbringen könnten. Erste Hochschulkontakte sind hergestellt und auch für Praktika gäbe es Möglichkeiten.
ck