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Luftig abgehoben
Das Luftschiff im Innenhof der Hochschule
[02|08|2010]
Flugzeugtechniker der Hochschule München testen unbemanntes Fliegen mit einem Luftschiff
Das Luftschiff in einer Simulation mit dem Flugsimulator
Studierende der Fakultät für Fahrzeug- und Flugzeugtechnik, Maschinenbau ließen unter der Leitung von Prof. Guido Sperl ein Luftschiff abheben. Bei dem Flug handelte es sich um eine Vorstudie im Projekt "Unbemanntes Fliegen". Ziel ist die Entwicklung eines Systems, mit dessen Hilfe Flugzeuge und Hubschrauber in der zivilen Luftfahrt ohne Flugpersonal abheben können.
Das Projekt verläuft in vier Schritten: Die ersten beiden bestanden aus dem theoretischen Teil – Laborarbeit und Berechnung. Der Testflug mit dem Luftschiff war der dritte Schritt, bei dem die Steuerung des Luftschiffes durch Datenübertragung über Funk mittels eines PCs am Boden getestet wurde. Ein Luftschiff ist das ideale Versuchsflugobjekt, weil es selbst nach Abreißen des Funkkontakts weiterhin in der Luft schwebt. Die Studierenden testeten neben der Flugführung des Luftschiffs auch die Steuerung der Hardware an Bord. Der vierte Schritt wäre der unbemannte Flug eines Flächenflugzeuges in Leichtbauweise. Den Prototypen hierfür gibt es bereits. Auf einem internationalen Wettbewerb in Los Angeles belegte das Studierenden-Team mit dem Prototypen den 6. Platz im Bereich Engineering.
Die Augen des Luftschiffs: Zwei optische Sensoren
Die Besonderheiten des Projekts - Steuerung per Funk und PionierarbeitDas Besondere am Luftschiff ist, dass es nicht per Fernsteuerung gelenkt wird, sondern durch Datenübertragung zwischen einem PC auf dem Boden und einen PC, der am Luftschiff angebracht ist. Das Luftschiff ist zudem bestückt mit zwei optischen Sensoren, die die Daten über den PC und per Funk an den "Empfänger-PC" senden. Die Sensoren sind nichts anderes als die Augen des Luftschiffs, die ebenfalls vom Boden-PC aus gesteuert werden können.
Im Gegensatz zum militärischen Bereich gibt es im zivilen Luftraum bisher keine legalen unbemannten Flüge, es sei denn, es wird ein Luftraum abgesperrt. "Während im militärischen Bereich das Ziel eines unbemannten Fluges in erster Linie die Mission ist, müssen die Ziele im zivilen Bereich anders gesteckt werden. Der Fokus liegt hier auf Sicherheit und Verlässlichkeit", erläutert Prof. Guido Sperl
Wozu unbemannte Flüge?Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Geoinformation statt. Der Nutzen, den ein unbemannter Flug für GeoinformatikerInnen haben kann, liegt auf der Hand: Durch die Reduzierung des Gewichts ist das "Einsammeln" von Geodaten besser zu realisieren, weil das Flugzeug länger in der Luft bleiben kann. Denkbar ist auch die Anwendung im Bereich der Sicherheitsaufklärung, um Unfallsituationen schnell aus der Luft abschätzen zu können.
Weitere interessante Projekte aus der Luftfahrt finden Sie auf der
Homepage der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeug- und Flugzeugtechnik.
sik