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Rehkitze retten mit Drohnentechnik

Die Studierenden Markus Lindovsky, Christian Eichholz und Florian Schmitter (v. l.) sind Teil des siebenköpfigen HM-Wildretterteams (Foto: privat)
Die Studierenden Markus Lindovsky, Christian Eichholz und Florian Schmitter (v. l.) sind Teil des siebenköpfigen HM-Wildretterteams (Foto: privat)

[02|09|2021]

HM-Wildretterteam bewahrt Rehkitze mit smarter Technik vor dem Mähtod

 

Die Luft ist noch kalt. In der Morgendämmerung surren die Rotoren der Drohne, die abhebt, um auf der Wiese der bayerischen Gemeinde Münsing nach Rehkitzen zu suchen. Denn jeden Frühsommer töten hier die großen Mähwerke der Landwirtschaft zahlreiche Kitze. Wie intelligente Technologie die Jungtiere vor dem Mähtod retten kann, daran forschen Prof. Dr. Frank Palme und HM-Studierende im Fachbereich Messtechnik gemeinsam mit dem Projektpartner thermal DRONES GmbH. Das Unternehmen stellt die nötige Drohnentechnik zur Verfügung. Mit dem Projekt wollen die Wildretter zu einer nachhaltigen Landwirtschaft der Zukunft beitragen.

 

Effiziente Rehkitzrettung dank intelligenter Drohnentechnik

Viele Landwirte in Münsing mähen im Sommer ihre Wiesen – genau dann, wenn die Kitze zur Welt kommen. Die Mutter versteckt sie zum Schutz vor Feinden im hohen Gras. Oft werden die Tiere vom Mähwerk überrascht und getötet. Um solche Unfälle zu verhindern, nutzt das HM-Wildretterteam Drohnentechnik, auch als UAV (unmanned aerial vehicle) bezeichnet, und Künstliche Intelligenz.

 

Ihre Drohne fliegt die Wiese im Raster automatisiert ab und ein neuronales Netz identifiziert Wärmestellen mit potenziellen Rehkitzen, welche die Wärmebildkamera der Drohne abbildet. Über den Bildschirm ihres Laptops verfolgen die Wildretter die gesendeten Aufnahmen. Nach Abschluss des Flugs markiert die Software die Standorte der Rehkitze. Ist ein Kitz gefunden, wird es in eine Kiste gelegt und am Waldrand platziert, bis die Fläche gemäht ist. Die Einsätze der Wildretter erfolgen in Kooperation mit der für das Wild zuständigen Jägerschaft.

 

Die Wildretter legen die Rehkitze in Kisten ab, bis der Landwirt gemäht hat (Foto: Markus Lindovsky)
Die Wildretter legen die Rehkitze in Kisten ab, bis der Landwirt gemäht hat (Foto: Markus Lindovsky)

 

„Zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt“

Entscheidend bei der Rehkitzrettung: Praxistauglichkeit, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bei gleichzeitig geringer Fehlalarmrate. Deshalb entwickelt das Team sein System kontinuierlich weiter. Unter anderem soll weitere Sensorik verbaut werden, die ein effizienteres Befliegen von Waldrändern ermöglicht. „Für mich ist unsere Rettungsaktion eines der schönsten Beispiele, wie intelligente Technologie zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt eingesetzt wird“, so Palme von der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik. Dr. Martin Israel, Geschäftsführer der thermal DRONES GmbH, ergänzt: „Wir arbeiten schon viele Jahre erfolgreich mit der HM zusammen und sind begeistert von der ausgezeichneten Ausbildung der Studierenden.“

 

Israel forschte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Kitzrettung mit Wärmebildtechnik und entwickelte ein Kitzrettungs-Verfahren. Vor Kurzem hat er die thermal DRONES GmbH als Spin-off zu diesem Thema gegründet. Die am Forschungsprojekt beteiligten HM-Studierenden sind Markus Lindovsky, Christian Eichholz, Florian Schmitter, Franz Xaver Egner und Pascal Mutzel.

 

 

Amanda Shala

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