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HM-Studie zu obdachlosen Frauen

Die HM-Studie adressiert die Problematik, betroffene Frauen in München gezielt und effektiv zu unterstützen (Foto: Christiane Taddigs-Hirsch)
Die HM-Studie adressiert die Problematik, betroffene Frauen in München gezielt und effektiv zu unterstützen (Foto: Christiane Taddigs-Hirsch)

[14|06|2022]

Barrierefreiheit von Hilfsangeboten gefordert

 

Wohnungslosigkeit und chronische psychische Erkrankungen kommen oft zusammen. Die Studie „Bedarfe wohnungsloser Frauen mit schweren chronischen psychischen Erkrankungen in München“, geführt von Prof. Dr. Ursula Unterkofler, entstand in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Wohnungsnotfallhilfe München und Oberbayern und gibt Aufschluss über die Bedürfnislage und Ansätze zur Verbesserung der Unterstützungsmöglichkeiten.

 

Flexibles Forschungsdesign

Ein Problem für die Forschungstätigkeit stellte zunächst die Erreichbarkeit der betroffenen Frauen dar. Interviewpartnerinnen gewinnen konnten die Forschenden schließlich, indem sie diese das Setting für die Befragungen frei wählen ließen: Ob allein mit Studierenden oder mit Fachkräften zusammen, in den Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe oder sogar beim Gehen. „Die Aussagen der befragten Frauen und die Einschätzungen, die die Fachkräfte auf Grundlage ihrer alltäglichen Arbeitserfahrung treffen, stimmten stark überein“, sagt Unterkofler zu den Ergebnissen.

 

Heterogene Bedürfnislage

Die Forschungsergebnisse des Projekts ergaben, dass Betroffene Hürden oder Zugangsschwierigkeiten zu Hilfsangeboten unterschiedlich wahrnehmen und die Bedürfnislage der Frauen einen spezifischen Zugang erfordert: „Aufgrund der erlebten Stigmatisierungen fühlen sich die Frauen in konkreten Situationen immer wieder abgewertet, ausgeschlossen und nicht ernst genommen. Sie haben daher ein erhöhtes Bedürfnis individuell gesehen und ernst genommen zu werden“, fasst Unterkofler zusammen.

 

Niedrigschwellige Angebote als Voraussetzung für selbstbestimmte Nutzung

Anstatt Gemeinschaftszimmern, benötigen die betroffenen Frauen oft Einzelzimmer als Orte der Ruhe und Sicherheit, damit sie eine Nutzung überhaupt in Erwägung ziehen. Dies ist im Sofortunterbringungssystem der Landeshauptstadt schon jetzt möglich, aber bürokratische Schritte stellen oft eine Barriere dar. Die Frauen haben generell große Schwierigkeiten, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen: Sie brauchen die Möglichkeit, die Nutzung von Angeboten selbst zu bestimmen, um ihre persönliche Autonomie zu wahren.

 

ChristianeTaddigs-Hirsch

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